Sind Tennisschuhe fuer Padel geeignet?

Die kurze Antwort: Clay-Court-Tennisschuhe sind eine akzeptable Notloesung, wenn man ein- oder zweimal Padel spielt, bevor man eigene Schuhe hat. Laufschuhe sind das absolut nicht. Und selbst der Clay-Court-Tennisschuh ist ein Kompromiss, den man so schnell wie moeglich durch einen richtigen Padelschuh ersetzen sollte.

Der Untergrundunterschied, den niemand erwaehnt

Ein Padelplatz ist Kunstrasen mit Sand. Das ist etwas ganz anderes als ein Tennisplatz, auch als ein Sandplatz. Der Kunstrasen auf einem Padelplatz besteht aus gelocken Fasern von etwa 12 Millimetern mit Einstreusand dazwischen. Der Grip, den der Schuh auf diesem Untergrund braucht, ist anders als auf Asche oder Hartplatz.

Warum Laufschuhe gefaehrlich sind

Laufschuhe sind fuer Vorwaertsbewegung auf Asphalt oder einem Laufband entwickelt. Die Sohle ist glatt und schmal, optimiert fuer eine gerade Linie. Auf Kunstrasen mit Sand bietet ein Laufschuh praktisch keinen Grip. Bei der ersten seitlichen Bewegung, und Padel besteht aus seitlichen Bewegungen, rutscht man weg. Rutschen auf einem Platz, auf dem man nicht erwartet zu rutschen, fuehrt zu unerwarteten Muskelbewegungen: Knoechel, Knie und Hueften kompensieren unkontrolliert. Genau so entstehen Padelverletzungen.

Clay-Court-Tennisschuhe: die akzeptable Notloesung

Ein Clay-Court-Tennisschuh hat ein Fischgraetenprofil, das auf Kunstrasen mit Sand einigermassen funktioniert. Der Grip ist nicht ideal, aber funktional. Wer ein- oder zweimal Padel spielen moechte, bevor eigene Schuhe gekauft werden, hat hier die beste Notloesung. Hardcourt-Tennisschuhe sind zu glatt auf Kunstrasen.

Was ein Padelschuh anders macht

  • Sohlenprofil: ein Padelschuh hat ein Profil, das speziell fuer Grip auf Kunstrasen mit Sand entwickelt wurde. Die Kombination aus Fischgraete, kleinen Noppen und Rillenmustern bietet sowohl Grip im Stand als auch kontrolliertes Gleiten bei Richtungswechseln.
  • Seitliche Stabilitaet: Padel ist ein Sport mit vielen seitlichen Bewegungen. Padelschuhe haben Verstaerkungen an den Seiten, die den Fuss bei schnellen Richtungswechseln halten.
  • Schockabsorption: die Schockabsorption in einem Padelschuh steckt in der Faser des Kunstrasens und in der Zwischensohle des Schuhs. Auf Plaetzen mit duennen Fasern auf hartem Untergrund kommen mehr Vibrationen durch.
  • Gewicht und Flexibilitaet: Padelschuhe sind generell leichter und flexibler als Tennisschuhe. Die schnellen Starts, Stopps und Rotationen im Padel erfordern einen Schuh, der sofort mitbewegt.

Die Platzqualitaet macht auch einen Unterschied

Nicht alle Padelplaetze sind gleich. Ein guter Platz hat gelockte Fasern von etwa 12 Millimetern mit genuegend Einstreusand. Ein schlechter Platz hat kurze gerade Monofilament-Fasern auf Betonuntergrund. Auf solchen Plaetzen kommen Vibrationen direkt durch: Fuss, Knie, Huefte, Ruecken.

Noene Einlegesohlen: der zusaetzliche Puffer

Welchen Schuh man auch waehlt, Noene Einlegesohlen absorbieren bis zu 96 Prozent der Vibrationen, die vom Untergrund durch den Schuh zum Koerper gelangen. Wir empfehlen Noene praeventiv jedem Spieler als zusaetzlichen Puffer.

Wann auf Padelschuhe umsteigen?

Wer oefter als gelegentlich Padel spielt, sollte auf Padelschuhe umsteigen. Grip, Stabilitaet und Schockabsorption sind konkret besser als bei einem Tennisschuh. Der Unterschied ist nicht kosmetisch sondern funktional.

November 12, 2024 — Jorn van t Klooster